Fossilien zu entdecken

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Am Samstag startete das Ferienprogramm Ensdorf. Die Wanderfreunde hatten dazu Kinder ab 12 Jahren in den Pongratz-Steinbruch in Wolfsbach eingeladen, um dort Fossilien zu entdecken, kleine Schätze zu finden und von Geologin Dr. Angela Wirsing zu erfahren, wie der Kalkstein ins Vilstal gekommen ist.

„Fossilien sind bis zu 600 Millionen Jahre alte Versteinerungen alter Tiere und Pflanzen“, erklärte die Geologin. „Deutschland und große Teile Europas waren vor rund 150 Millionen Jahren von einem Meer bedeckt und es war sehr warm. Viele Tiere und Pflanzen starben, sanken in vielen Schichten ins Meer und lagerten sich dort ab. Später wurden sie überlagert und durch Druck versteinert. Ein kleiner Rest dieses Meeres ist noch das heutige Mittelmeer.“

Im Gegensatz etwa zu Granit und Basalt ist Sand- und Kalkstein ein Ablagerungsgestein. Ablagerungen verdichteten sich Schicht um Schicht in vielen Schichten, deshalb erkannt man im Steinbruch auch viele Schichten und Kalksteine in Platten.

Die 30 Kinder, ausgerüstet mit Schutzbrillen, Hämmer und zum Teil sogar mit Meißel, waren dann zwei Stunden eifrig am Werk, um Fossilien (Versteinerungen) zu finden. Da wurde fleißig gesucht und gehämmert. Und sie waren alle erfolgreich. Mit freudiger Begeisterung wurde jeder Fund bedacht und Geologin Dr. Wirsing und Museumspädagogin Erika Haßler gezeigt. Die Kinder entdeckten versteinerte Schwämme, Algen und Tintenfische, Ammoniten und Kieselknollen, Kalzitkristalle und Sinterkrusten und brachten ihre Schätze in Beuteln und Körben mit nachhause.

Zuvor aber erhielten sie von den Wanderfreunden Ensdorf und ihrer Vorsitzenden Annemarie Dollacker eine Brotzeit. Nach der Schweiß treibenden harten Arbeit im Steinbruch bei hochsommerlichen Temperaturen war da das kühle Limo als Labsal sehr willkommen, schmeckten die Wiener Würstln und Semmeln als Stärkung besonders gut.

Den Pongratz-Steinbruch in Wolfsbach gibt es seit 1962. Er umfasst heute ein Gelände von rund zwölf Hektar. Jährlich werden etwa 200000 Tonnen Gestein abgebaut, hauptsächlich für Baufirmen und Privatleute aus der Region, also dem Vils- und Lauterachtal, dem Raum Amberg, aber auch aus Schwandorf und Schwarzenfeld gibt es Abnehmer. „Der bisher genehmigte Abbau reicht noch für die nächsten 15 Jahre“, so Besitzerin Ulrike Pongratz.